16. Januar 2010

Die UN: Teil des Problems, nicht der Lösung

von David Harnasch

Am 10.1. 1920 wurde der Völkerbund gegründet, um künftig den Frieden der Welt zu sichern. 1946, einen Weltkrieg später, wurde er folgerichtig abgeschafft. Die UNO sollte als Nachfolgeorganisation leisten, was der Völkerbund nicht vermochte. Obwohl auch diese Institution vollumfänglich gescheitert ist und ihre komplette Unreformierbarkeit unter Beweis gestellt hat, stehen die Chancen für eine Auflösung schlecht. Deshalb ist die Zeit überreif für eine „Liga der Demokratien“.

Zur Gegenrede: Die UN - Grundlage für eine friedliche Weltgemeinschaft

Der Film „Hotel Ruanda“ erzählt die Geschichte eines symptomatischen Versagens der UN eindrücklich: Noch während 1994 in grade mal hundert Tagen über eine Million Menschen ermordet wurden, zogen die UN-Blauhelme, die eigentlich den Frieden sichern sollten, ab. Ihre Hunde nahmen sie mit, Flüchtlinge hingegen nicht. Wessen Sicherheit den Vereinten Nationen anvertraut ist, der ist todgeweiht. Bestenfalls wird die UNO untätig bleiben, schlimmstenfalls sind ihre Soldaten selbst Täter, wie in Liberia. Hier zwangen Blauhelme achtjährige Mädchen zum Sex im Tausch gegen Nahrungsmittelhilfen. Der Krieg im Ostkongo wird wesentlich durch Coltanexporte finanziert, das Erz wird ausgerechnet mit UN-Hubschraubern ausgeflogen.

Während des Irak-Embargos war es an der UNO, sicherzustellen, dass die Ölexporte des Landes ausschließlich gegen Nahrungsmittel- und Medikamentenhilfe für die Bevölkerung getauscht werden. Unter tatkräftiger Mithilfe korrupter Mitarbeiter des Oil-for-Food-Programms konnte Saddam Hussein seinem geschundenen Volk die atemberaubende Summe von 21 Milliarden Dollar stehlen.

Was haben Angola, Bahrain, Burkina Faso, Kamerun, Dschibuti, der Senegal, die Russische Föderation, Katar, und China gemeinsam – abgesehen davon, dass Schauergeschichten aus diesen Ländern etliche Seiten im Amnesty-International-Jahresbericht füllen? Diese Staaten kümmern sich im Rahmen der UN aufopferungsvoll um die Einhaltung der Menschenrechte. Ägypten stellt gar den stellvertretenden Vorsitzenden der UN-Menschenrechtskommission. Naturgemäß prangert diese Körperschaft angebliche Menschenrechtsverstöße nahezu ausschließlich in einem einzigen Land an: Israel – das bei nüchterner Betrachtung selbst seine erklärten Feinde besser behandelt als z.B. Ägypten die eigenen Bürger.

Tiefer Antisemitismus ist der Institution, der Dutzende arabische Staaten angehören, ebenso inhärent wie eine alle Ebenen durchziehende Korruption, die die Vertreter der Bananenrepubliken und Operettendiktaturen als Mitgift einbringen.

Der eigentliche Skandal ist, dass dieser niemals friedenssichernde, meist nutzlose und oft gefährliche Verein, in dem jeder Diktator, der sein Volk als Geisel hält eine dankbare Bühne findet, hauptsächlich von den USA, Japan, Deutschland, Großbritannien und Frankreich finanziert wird. Dies wären die prädestinierten Gründer einer „Liga der Demokratien“. Hier dürften Staaten Mitglied werden und ihre Interessen formulieren, deren Verfassung eine Gewaltenteilung vorsieht und die mindestens zwei demokratische Regierungswechsel in Folge erlebten. Ein solcher Staatenbund wäre nicht automatisch nützlich. Aber keinesfalls so schädlich wie die Vereinten Nationen.

Ausdruck von http://www.cicero.de/97.php?ress_id= 9&item= 4646

© Cicero 2009

Kommentare:

David Harnasch hat gesagt…

Hallo? Was soll denn das bitte? Zitieren und verlinken gerne, aber im Volltext kopieren ist selbstverständlich nicht OK.

Anonym hat gesagt…

Und schon, lieber Herr David Harnasch, habe ich keinen Bock mehr den Text zu lesen.

Haben Sie so wenig Mumm, um zu ihrem Text zu stehen?

Und mal als Tip: rein rechtlich ist es völlig in Ordnung, wenn der Blogbetreiber den Text komplett kopiert - vorausgesetzt, er gibt die korrekte Quelle & den originalen Verfasser an!

Und selbiges hat er getan.